Antirassistische Demo in Eisenhüttenstadt

Quelle: http://de.indymedia.org/2009/08/259525.shtml

von: autonome antifa frankfurt (oder) [aaffo]
Am letzten Augustsamstag zog eine Antirassistische Demonstration durch Eisenhüttenstadt.

Die kleine, aber kraftvolle Demo, die von der Gruppe „Kollektiv Partisana“ organisiert wurde, zog mit ca. 45 Teilnehmer_innen vom Bahnhof durch die Innenstadt zur Zentralen Aufnahmestelle für Flüchtlinge (ZAST) in die Poststrasse. Eine Zwischenkundgebung vor dem Friedrich-Wolf-Theater in der Lindenallee sollte die Eisenhüttenstädter Bürger_innen über die Zentrale Ausländer_innenbehörde für Brandenburg (ZABH), die ZAST und das Abschiebegefängnis in ihrer Stadt informieren.
In der leergefegten Stadt interessierten sich aber nur wenige Passant_innen für die Anliegen der Demonstrat_innen.

Fast auf der ganzen Route verfolgten drei Neonazis die Demonstration. Allen vorran der bekannte Eisenhütterstädter Faschist Michael Meißner, der immer wieder versuchte die Teilnehmer_innen zu filmen. Die Polizei, die nur mit wenig Einsatzkräften vor Ort war, schaffte es anscheinend nicht, die ungebetenen Begleiter von der Demo dauerhaft fern zu halten. Erst nach der vierten Kontrolle der Polizei drehten die Nazis ab.

Vor dem Eingangstor zur ZAST, ZABH und Abschiebegefängnis fand die Abschlusskundgebung statt. Dabei machten die Flüchtlinge nochmals auf die menschenrechtsverletzenden Zustände in deutschen Flüchtlingsaufnahmestellen sowie auf den alltäglichen Rassismus aufmerksam, den diese in Deutschland täglich erleben müssen. Dabei wurde herausgehoben das die EU für die Zerstörung ihrer Herkunftsländer mitverantwortlich ist und die Flüchtlinge dennoch kein Recht eingeräumt wird, vor eben dieser Zerstörung nach Europa zu fliehen.

„Wir haben keinen Bock auf Rassismus. Wir wollen uns dafür einsetzen, das jeder Flüchtling hier frei leben kann und nicht eingesperrt wird. Für dieses Anliegen haben wir uns, anlässlich der Aktionswoche gegen Abschiebung, spontan entschlossen diese Demonstration zu machen“, nannte die Anmelderin als Beweggründe für die Demonstration.

Bereits 2008 demonstrierten ca. 70 Menschen gegen den Abschiebeknast, ZAST und das ZABH in Eisenhüttenstadt. Vorausgegangen waren der Demo Aktionswochen des Antirassistischen Bündnisses Eisenhüttenstadt.