Umfangreiches Programm in der Woche gegen Abschiebung in Bielefeld

Montag, 24.08.2009 ab 19 Uhr
Film & Diskussion „Wir haben das alles satt – Les Réfugiés, eine Band aus dem Flüchtlingslager Oldenburg“ (R: Mehrandokht Feizi, Rebekka Schaefer), anschließend Konzert mit „Les Réfugiés“ (Reggae, Afrobeat, Rap) im Internationalen Begegnungszentrum, Teutoburgerstr.106

Dienstag, 25.08.2009 ab 19 Uhr
Vortrag und Diskussion über die aktuelle Bleiberechtsregelung und die Folgen für Roma-Flüchtlinge aus Kosovo: Claudius Voigt (von der GGUA Münster), außerdem der Film „Roma als Flüchtlinge am Beispiel des Kosovo“ (R: Udo Dreutler) im Welthaus, August-Bebel-Str.62

Donnerstag, 27.08.2009 ab 12 Uhr
Infostand in der Innenstadt – Stresemannstrasse,
um 16 Uhr: Kundgebung mit vielen verschiedenen Aktionen und Musik auf dem Rathausplatz

Freitag, 28.08.2009 ab 20 Uhr
Soli-Party für den AK Asyl e.V. im IBZ, Teutoburgerstr. 106

Samstag, 29.08.2009 ab 13 Uhr
Großdemonstration gegen den Abschiebeknast in Büren (bei Paderborn)

Die Ausstellung „Innenansichten“ – in die Praxis von Abschiebeknästen – ist in der Aktionswoche im IBZ zu sehen.

Ausführliches Programm: Woche ohne Abschiebung Bielefeld

Montag, 24. 08.2009, 19 Uhr
im IBZ, Teutoburger Str. 106

Widerstand von Flüchtlingen in Deutschland. Filmvorführung & Diskussion „Wir haben das alles satt – Les Réfugiés, eine Band aus dem Flüchtlingslager Oldenburg“ (R: Mehrandokht Feizi, Rebekka Schaefer)
Anschließend Konzert von „Les Réfugiés“ (Reggae, Afrobeat, Rap)

Im Oktober 2006 boykottieren die Flüchtlinge im Lager Blankenburg/Oldenburg die Kantine und die Ein-Euro-Jobs. Sie streiken, demonstrieren und fordern ihr Recht auf ein menschenwürdiges Leben ein. Während des Streiks kommen mehrere Flüchtlinge zusammen, die ihren Protest mit Musik und ihrer Stimme nach außen tragen. Kurz danach gründen Leo de l‘est, Makombe und Rodrigo die Band „Les Réfugiés“, die bis heute bundesweit auftritt. Mit ihrer Musik und ihren Texten verarbeiten sie ihre Erfahrungen mit der tristen und menschenfeindlichen Realität des Lagerlebens, der Unsicherheit ihrer Existenz, die tagtäglich bedroht ist von Abschiebung, von Isolation und alltäglichem Rassismus in Deutschland. Auf diese Weise geben „Les Refugies“ den hunderttausenden Flüchtlingen, Asylbewerberinnen und Asylbewerbern, Geduldeten und „Illegalen“ eine Stimme …
Für ihren Dokumentarfilm „Wir haben das alles satt – Les Réfugiés, eine Band aus dem Flüchtlingslager Oldenburg“ (60 min.) haben die Filmemacherinnen Mehrandokht Feizi, Asylbewerberin aus dem Iran, und Rebekka Schaeffer die Band in einem Zeitraum von zehn Monaten mit der Kamera begleitet. Im Anschluss an den Film stehen die Protagonisten zur Diskussion zur Verfügung, bevor sie ihre Musik auf der Bühne präsentieren werden.

Eine Veranstaltung des Interkulturellen Bildungswerks Friedenshaus (IBF) in Kooperation mit dem AStA der FH Bielefeld und dem Feministischen Referat des AStA der Universität Bielefeld

Dienstag, 25.08.2009, 19 Uhr
im Welthaus, August-Bebel-Str.62

Roma bleiben. Vortrag – Film – Diskussion

„Auch nach der Unabhängigkeit des Kosovo gibt es dort für Rückkehrer aus der Volksgruppe der Roma keine soziale Infrastruktur, die ein Überleben unter menschenwürdigen Bedingungen sicherstellen könnte.(…)“, so beginnt die Resolution der bundesweiten Rechtsberaterkonferenz vom 16.Mai 2009.
In Bielefeld leben 335 Kosovo-Roma mit Duldung oder Aufenthaltserlaubnissen „auf Probe“, viele schon seit 15 und mehr Jahren. Ab Januar 2010 müssen viele mit Abschiebeandrohungen rechnen. Ihr Schicksal soll im Mittelpunkt dieser Veranstaltung stehen.
Zum Vortrag: Claudius Voigt ist Mitarbeiter der Flüchtlingsberatung GGUA, Münster (Gemeinnützige Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender e.V.).
Er erklärt die so genannte Altfall-Regelung und schildert die Folgen, insbesondere für Roma-Flüchtlinge aus Kosovo.
Im dem Film „Roma als Flüchtlinge am Beispiel des Kosovo“ von Udo Dreutler, Ettlingen, berichtet Aferdita, Ashkali aus Vuctrn, über ihre Abschiebung aus Baden-Württemberg im November 2007 und ihr anschließendes Überleben in Prishtina. Aferdita´s Abschiebung war unrechtmäßig, deshalb durfte sie nach einem Monat zurückkehren.
In der anschließenden Diskussion wollen wir die Möglichkeiten erörtern, die wir in Bielefeld haben, um Abschiebungen aus unserer Stadt zu verhindern.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Welthaus Bielefeld

Donnerstag, 27.08.2009, ab 12h / ab 16h
in der Innenstadt

Infostand in der Stresemannstrasse ab 12h (Ecke Galeria Kaufhof, Sparkasse, Post)

Mit Informationen zur Situation von Flüchtlingen in Deutschland und Europa, einer Auswahl der Ausstellung „Innenansichten – Bilder aus der Abschiebungshaft in Ingelheim/Rheinland-Pfalz“, zur Situation an den europäischen Außengrenzen, zur Situation im Abschiebeknast Büren.
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Kundgebung auf dem Rathausplatz ab 16h
mit Aktionen, Redebeiträgen, Musik, Lesungen, Gedichten und Theater.

Freitag, 28.08.2009, ab 16 Uhr
im IBZ, Teutoburger Str. 106

Soliparty für den AK Asyl e.V.
Kinderprogramm, Kunstausstellung und Konzert

Schüler_Innen und Student_Innen organisieren eine Party zur Unterstützung und zum Erhalt des AK Asyl e.V. in Bielefeld. Der AK Asyl e.V. ist eine unabhängige, durch Spenden getragene Beratungsstelle für Flüchtlinge und illegalisierte Menschen. Neben der juristischen und sozialen Beratung, bietet der Verein medizinische Vermittlung und Hilfe sowie psychosoziale Beratung und Therapie für Flüchtlingsfrauen an.

Samstag, 29.08.2009 ab 13 Uhr
vor dem Abschiebeknast in Büren, Stöckerbusch 1

Groß-Demonstration vor dem Abschiebeknast in Büren

Am 30. August jährt sich der Todestag des Marokkaners Rashid Sbaai, der 1999 in einer Arrestzelle des Abschiebeknastes Büren erstickt ist.
Das Feuer in seiner Zelle und sein Tod hätten verhindert werden können. Seine Hilferufe wurden jedoch nicht gehört, da die Notruf-Leitstelle nicht besetzt war.
Der Abschiebknast in Büren bei Paderborn existiert seit 1994. Bis zu 18 Monaten werden dort Menschen ihrer Freiheit beraubt, ohne Straftaten begangen zu haben. Die Inhaftierung dient ausschließlich der so genannten „Sicherstellung der Abschiebung“!
Das Gefängnis ist äußerst abgelegen und nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, was zur Folge hat, dass Besuche von Familien und FreundInnen nur schwer realisiert werden können.
Immer wieder kommt es dort zu Suiziden von verzweifelten Inhaftierten, täglich werden durchschnittlich 7 Menschen von dort aus abgeschoben: in Kriegs- und Krisengebiete, in Diktaturen und Staaten, die keinen Schutz und keine medizinische Versorgung gewähren wollen oder können.
Aber auch Protest, Widerstand und Hungerstreiks gehören zum Alltag im Knast. Gemeinsam mit den Gefangenen sagen wir laut:
No borders, no nations, no prisons!
Der Abschiebeknast muss weg!